Welcher Besen passt zu welchem Boden, was sind gespaltene Borsten, wie lang sollte der Besenstiel sein? Hier stehen die Fragen, die vor dem Kauf am häufigsten auftauchen – nach Themen sortiert und kurz beantwortet.
Grundlage sind Herstellerangaben, technische Daten und ausgewertete Kundenrezensionen zu den sechzehn Besen in unserem Vergleich. Ausführlicher steht das zum Bodenbelag Parkett und Laminat in unserem Ratgeber dazu.
Der Zimmerbesen hat weiche, dicht gesetzte Borsten für glatte Böden im Innenbereich. Der Straßenbesen hat witterungsfeste, weiter stehende Kunststoffborsten – je nach Modell fest oder bewusst biegsam – und meist eine größere Arbeitsbreite. Er kommt mit Sand, Laub und Nässe zurecht, für Parkett ist er nicht gemacht. Umgekehrt kommt ein Zimmerbesen auf rauem Asphalt kaum voran.
Für kleine Räume und um Möbel herum sind 30 cm üblich – schmaler ist in unserem Vergleich kein Besen. Für Flur, Werkstatt oder Hof geht es mit 36 bis 48 cm deutlich schneller. In unserem Vergleich reicht die Arbeitsbreite von 30 cm beim Leifheit Parkettbesen und beim Redecker Stubenbesen bis 48 cm beim Eyliden Straßenbesen. Je breiter der Besenkopf, desto mehr Kraft kostet nasser Schmutz.
Als Faustregel reicht der Besenstiel im Stand bis etwa zum Kinn. Bei 1,70 m Körpergröße sind das rund 150 cm, gemessen ab Boden. Verstellbare Stiele nehmen Ihnen die Rechnung ab: Der Eyliden Straßenbesen lässt sich auf 127 cm oder 168 cm einstellen, die MR.SIGA Kehrgarnitur hat einen 131 cm langen Besenstiel. Für den Innenbereich gilt das auch beim Novaliv Zimmerbesen: Sein Teleskopstiel reicht bis 130 cm. Ein zu kurzer Stiel zwingt Sie in eine gebückte Haltung.
Auf Parkett entscheidet die Borstenhärte. Weiche Naturborsten wie Rosshaar und feine Kunststoffborsten gleiten über die Oberfläche, grobe Borsten schieben Sandkörner darüber. In unserem Vergleich sind dafür unter anderem der Redecker Stubenbesen mit feinem Rosshaar, der Leifheit Parkettbesen Xtra Clean mit superweichen Naturhaarborsten und der Vileda Superfeger Classic mit Mikroschaum ausgelegt. Kehren Sie mit wenig Druck, dann bleibt auch Sand ohne Folgen.
Am zuverlässigsten arbeitet ein Gummibesen. Die dichten Borsten aus Gummi, meist Naturkautschuk, ziehen die Haare zusammen, statt sie zu verteilen – auf Hartboden ebenso wie auf kurzflorigem Teppich. In den ausgewerteten Rezensionen zum Leifheit Gummibesen Suprabesen, zum MR.SIGA Gummibesen und zum Tyroler Gummibesen wird genau das mehrfach gelobt. Bei Besen mit klassischen Borsten helfen gespaltene Borsten, etwa beim Leifheit Parkettbesen Xtra Clean oder beim Redecker Stubenbesen.
Bei gespaltenen Borsten sind die Spitzen aufgefasert. Die feinen Enden greifen Staub und Haare besser als eine glatte Borste. Leifheit nennt diese Form X-Borsten mit geschlitzten Enden, Redecker verarbeitet geschlitztes Rosshaar. Abgenutzte Spitzen erkennen Sie daran, dass feiner Staub liegen bleibt – dann kehrt der Besen nur noch grob.
Nicht besser, sondern anders. Rosshaar und andere Naturborsten sind weich und damit erste Wahl auf Parkett; dauerhafte Nässe vertragen sie schlecht. Kunststoffborsten aus Polypropylen (PP) sind unempfindlich gegen Wasser und deshalb im Außenbereich üblich – der Gardena combisystem-Straßenbesen ist laut Produktangaben so bestückt. Im Innenbereich zählt weniger das Material als die Borstenhärte.
Das ist bauartbedingt: Jede schnelle Bewegung mit steifen Borsten hebt feinen Staub an. Kehren Sie langsam, mit kurzen Zügen und ohne Druck – das hilft am meisten. Weiche oder gespaltene Borsten halten feinen Staub besser fest. Der Vileda Superfeger Classic setzt statt Borsten auf Mikroschaum und wirbelt laut Hersteller keinen Staub auf.
Auf der Terrasse gelegentlich: ja. Dauerhaft im Hof: besser nicht. Weiche Borsten verbiegen sich auf rauem Untergrund, und Nässe setzt Holzstielen und Metallteilen zu. Zum Amazon Basics Besen etwa nennt eine Rezension Rost im Stiel, nachdem Regenwasser eingedrungen war. Für Hof, Einfahrt und Garage hält ein Straßenbesen länger durch.
Nein. Ein Besen nimmt Krümel, Haare und groben Schmutz auf, feiner Staub bleibt zum Teil liegen oder wird aufgewirbelt. Dafür ist er auf Hartboden schneller zur Hand und braucht keinen Strom. Auf Teppich kommt allein ein Gummibesen weiter – und zwar für Tierhaare, nicht für Feinstaub.
Kämmen Sie Haare und Borstenreste nach dem Kehren aus dem Besenkopf. Bei der MR.SIGA Kehrgarnitur ist dafür laut Hersteller die Zinkenkante der Kehrschaufel vorgesehen. Kunststoffborsten vertragen lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel; trocknen lassen Sie den Besen danach hängend und frei in der Luft. Naturborsten und Holzstiele nur kurz abspülen, denn dauerhafte Nässe schadet beiden.
Das hängt an Material, Lagerung und Gebrauch, nicht am Preis allein. Kunststoffborsten verlieren mit der Zeit ihre Spannung, gespaltene Enden werden stumpf. Zum Redecker Stubenbesen berichten die ausgewerteten Rezensionen von jahrelanger Nutzung; zum Amazon Basics Besen wird dagegen eindringendes Regenwasser im Stiel genannt. Tauschen Sie den Besen, wenn die Borsten dauerhaft schräg stehen.
Ohne Kehrschaufel bleibt der Kehrhaufen liegen – in irgendeiner Form brauchen Sie also eine. Eine Kehrgarnitur aus Handfeger und Kehrschaufel kostet wenig und deckt kleine Flächen gleich mit ab; beim Vileda Superfeger Classic liegt sie bei. Einzeln führt unser Vergleich die Lead Home Kehrgarnitur mit Handfeger aus Rosshaar und einer Kehrschaufel aus Metall. Wer sich nicht bücken möchte, greift zu einer Kehrgarnitur mit langem Stiel, etwa der von MR.SIGA mit 96,5 cm langem Schaufelstiel. Für Hof, Garage und Werkstatt führt unser Vergleich zusätzlich eine Garnitur mit Krallenborsten und einer Schaufel mit etwa 3 Liter Volumen.
Nein, und das gehört vor den Kauf. Viele Besenköpfe werden ohne Stiel geliefert und setzen ein eigenes Anschlusssystem voraus: Leifheit das Click-System, Gardena das combisystem, Fiskars QuikFit. Betroffen sind im Vergleich der Leifheit Parkettbesen, der Leifheit Allround Besen sowie die Straßenbesen von Gardena und Fiskars. Der Vileda 3Action wird ebenfalls ohne Stiel geliefert, passt aber auf einen handelsüblichen Stiel mit Gewinde statt auf ein Herstellersystem.