Tierhaare kehren: Welcher Besen nimmt Hunde- und Katzenhaare auf?
Haare sind leicht, statisch aufgeladen und haken sich fest. Ein gewöhnlicher Besen schiebt sie deshalb vor sich her. Wir zeigen, welche Bauart das löst – und wo auch sie an Grenzen stößt.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Für Tierhaare ist der Gummibesen die wirksamste Bauart.
- Gummi lädt sich beim Kehren leicht auf und zieht Haare an, statt sie zu schieben.
- Er nimmt Tierhaare als einzige Bauart auch aus dem Teppichflor und von Läufern.
- Die Borsten lassen sich unter Wasser abspülen – Haare verfilzen nicht in den Borsten.
- In engen Ecken und Kanten sind schräg gestellte Borsten eines Zimmerbesens im Vorteil.
Warum Tierhaare ein eigenes Problem sind
Krümel liegen auf dem Boden, Haare liegen daran an. Sie sind leicht, flach und elektrostatisch geladen. Eine klassische Borste gleitet darüber hinweg oder schiebt einen Teil vor sich her, während der Rest seitlich ausweicht.
Auf Teppich kommt erschwerend hinzu, dass sich Haare im Flor verhaken. Ein Besen mit Borsten kämmt sie dort nicht heraus, weil ihm die Reibung fehlt. Der Staubsauger kann das besser – aber auch er lässt bei langen Haaren Reste zurück, und mehrere Rezensionen zu unseren Gummibesen nennen ihn für diesen Zweck ausdrücklich unterlegen.
Wie ein Gummibesen arbeitet
Ein Gummibesen trägt dicht stehende Borsten aus Gummi, meist Naturkautschuk, statt der üblichen Kunststoff- oder Naturhaarborsten. Zwei Effekte wirken zusammen: Die Borsten laden sich beim Kehren leicht auf und ziehen Haare an, und ihre weiche Oberfläche hat auf dem Boden mehr Reibung als eine feine Borstenspitze.
Das Ergebnis ist ein zusammenhängender Haufen, den Sie in einem Zug zur Kehrschaufel schieben können. Auf Teppich ziehen Sie den Besen dafür mehrfach in dieselbe Richtung, statt zu kehren – die Haare sammeln sich vor den Borsten.
Ein Nebeneffekt macht den Gummibesen im Haushalt mit Tier besonders praktisch: Die Borsten lassen sich unter fließendem Wasser abspülen. Genau das wird in den Rezensionen wiederholt als hygienischer Vorteil genannt. Ein Besen mit klassischen Borsten dagegen sammelt Haare tief zwischen ihnen, wo sie sich nur mit den Fingern oder einem Kamm herausziehen lassen.
Wo der Gummibesen schwächer ist
Eine Bauart, die alles kann, gibt es nicht. Drei Einschränkungen sollten Sie kennen:
- Krümel: Bei einem der drei Modelle merkt eine Rezension an, dass Krümel manchmal mehrfach gekehrt werden müssen.
- Ecken und Kanten: Ein dichter, gerader Borstenkopf kommt schlechter in die Ecke als schräg gestellte Kunstborsten. Ein verstellbares Gelenk zwischen Stiel und Besenkopf hilft dagegen, ist bei Gummibesen aber nicht die Regel.
- Gewicht und Stiel: Gummiköpfe sind schwerer als Borstenköpfe. Eine Rezension zu einem der Modelle beschreibt, dass sich der mitgelieferte Stiel unter Belastung durchbiegt.
In der Praxis ist die Kombination sinnvoll: der Gummibesen für Haare und Hartboden mit Tier, ein weicher Zimmerbesen für den feinen Staub in den übrigen Räumen.
Besen für Teppich: was geht und was nicht
Ein Besen ersetzt auf Teppich keinen Staubsauger. Er holt aber das heraus, woran der Sauger scheitert: lange Haare, die sich um die Bürste wickeln, und Tierhaare im kurzen Flor.
Gut funktioniert der Gummibesen auf kurzflorigen Teppichen, Läufern und Auslegware. Bei Hochflor und Shaggy stoßen Sie an eine Grenze, weil die Borsten den Flor nur oben berühren. Auf empfindlichen Naturfaserteppichen arbeiten Sie besser mit wenig Druck.
Kehren mit Tier im Haus: drei praktische Punkte
- Häufiger, dafür kürzer. Haarnester entstehen an denselben Stellen – Liegeplatz, Flur, Küchentür. Wer diese Zonen täglich abkehrt, spart den großen Durchgang.
- Erst kehren, dann wischen. Feucht aufgenommene Haare kleben am Wischbezug und verteilen sich.
- Besen nach dem Kehren abspülen. Haarreste in den Borsten verringern die Haftung beim nächsten Mal.
Mehr zur Technik – Zugrichtung, Druck, Staubvermeidung – steht im Ratgeber Richtig kehren.
Gummibesen für Tierhaare im Überblick
Alle drei Gummibesen aus unserem Vergleich sind für diesen Zweck vorgesehen – sortiert nach unserer Bewertung:
Auch empfehlenswert
Leifheit Gummibesen Suprabesen, Naturkautschuk, 35 cm
Gummibesen aus Naturkautschuk mit 35 cm Arbeitsbreite – in Rezensionen mehrfach für die Aufnahme von Tierhaaren auf Teppich und Hartboden gelobt; der mitgelieferte Stiel biegt sich laut einer Rezension unter Belastung durch.
Tyroler Gummibesen mit Abzieher, Naturgummi, 41 cm Arbeitsbreite
Gummibesen aus Naturgummi mit 41 cm Arbeitsbreite, schwenkbarem Gelenk und Abzieher am Besenkopf – in den Rezensionen für Tierhaare, feinen Staub und die Reichweite unter Möbeln gelobt; laut einer Rezension wird das Material nach zweieinhalb bis drei Jahren brüchig.
MR.SIGA Gummibesen zur Entfernung von Tierhaaren mit integriertem Abzieher
3-in-1-Gummibesen mit integriertem Abzieher und Mikrofasertuch – laut mehreren Rezensionen gegen Tierhaare auf Teppich und Hartboden gelobt, der Abzieher zieht zusätzlich Wasser von Fliesen und Fenstern ab; der vierteilige Stahlstiel wirkt laut mehreren Rezensionen wackelig.
Lohnt sich ein Gummibesen?
In einem Haushalt ohne Tiere ist er Zubehör. Mit Hund oder Katze ist er das Gerät, das den Unterschied macht – vor allem, wenn Teppich im Spiel ist. Die Preise liegen im selben Rahmen wie bei guten Zimmerbesen.
Wer ohnehin einen zweiten Besen braucht, nimmt also besser einen Gummibesen als einen weiteren Borstenbesen. Alle Bauarten nebeneinander stehen im Besen-Vergleich, gefiltert nach Bodenbelag und Bauart.